Microsoft hat die Defender-for-Office-365-Dokumentation am 21. September 2026 aktualisiert: Benutzer können in Microsoft Teams jetzt auch abgeschlossene oder verpasste Gruppenanrufe aus der Anrufliste als Scam oder Nicht-Scam melden. Bisher standen vor allem Nachrichten und Einzelanrufe im Mittelpunkt. Für Unternehmen mit 10 bis 250 Arbeitsplätzen ist die Änderung relevant, weil Betrugsversuche längst nicht nur per E-Mail stattfinden. Ein kurzer Teams-Anruf, eine verpasste Rückrufbitte oder ein angeblicher Supportkontakt kann denselben Zweck haben wie eine Phishing-Mail: Vertrauen aufbauen, Zugangsdaten erfragen oder eine Fernwartung vorbereiten. Besonders kritisch ist das bei verteilten Teams, in denen Mitarbeitende externe Anrufe nicht immer persönlich einordnen können. Der praktische Punkt ist nicht die Funktion selbst, sondern die Betriebskette dahinter: Teams-Richtlinie, Defender-Einstellung, Meldepostfach, Auswertung und klare Anleitung für die Benutzer müssen zusammenpassen.
Was Microsoft am 21. September ergänzt hat
In den Neuerungen zu Microsoft Defender for Office 365 nennt Microsoft für September 2026 die erweiterte Benutzerberichterstattung in Teams: Benutzer können nun abgeschlossene oder verpasste Gruppenanrufe aus der Anrufliste als bösartig, also Scam, oder als nicht bösartig melden. Die Detailseite zu Teams-Meldungen bestätigt außerdem, dass Teams-Desktop, Teams Web App sowie mobile Teams-Apps für Nachrichten unterstützt werden; Anrufmeldungen erfolgen aus der Anrufliste. Administratoren können die gemeldeten Teams-Nachrichten und -Anrufe anschließend im Defender-Portal sehen. Damit wird Teams als Meldekanal näher an Outlook herangeführt, ohne dass jede verdächtige Interaktion erst per Screenshot oder separater E-Mail an die IT weitergeleitet werden muss.
Welche Einstellungen zusammenpassen müssen
Microsoft beschreibt zwei getrennte Schalter, die zusammenwirken. Ist einer davon falsch gesetzt, entsteht leicht eine Scheinsicherheit: Benutzer sehen eine Funktion nicht, oder Meldungen kommen nicht dort an, wo sie ausgewertet werden sollen. Genau diese Lücke fällt im Alltag oft erst nach einem echten Vorfall auf.
- Im Teams Admin Center steuert die Richtlinie, ob Benutzer Teams-Elemente melden können.
- Für Nachrichten sind „Report a security concern“ und „Report incorrect security detections“ relevant.
- Für Anrufe ist in den Calling settings der Schalter „Report a call“ zu prüfen.
- Im Microsoft Defender Portal muss „Monitor reported items in Microsoft Teams“ zur Betriebsweise passen.
Warum das für KMU relevant ist
In kleineren Organisationen laufen E-Mail, Teams, Telefonie und Support häufig über dasselbe IT-Team. Genau deshalb sollte die neue Teams-Funktion nicht isoliert betrachtet werden. Wenn Benutzer zwar melden können, aber niemand die Meldungen regelmäßig auswertet, entsteht kein Sicherheitsgewinn. Wenn Meldungen dagegen auf der Seite User reported in die bestehende Defender-Auswertung einfließen, lassen sich wiederkehrende Muster erkennen: falsche Supportanrufe, verdächtige externe Kontakte oder Teams-Nachrichten, die eine spätere Anmeldung vorbereiten. Das passt zu einer pragmatischen Microsoft-Defender-Betriebsprüfung ebenso wie zu einer Microsoft-365-Beratung, bei der Meldewege und Benutzerkommunikation mitgedacht werden.
Fristen, Grenzen und Datenschutz
Microsoft nennt für diese Änderung keine Abschaltfrist. Es handelt sich um eine aktuelle Funktionsausweitung, nicht um eine Abkündigung. Wichtiger sind die Grenzen: Teams-Meldungen für Anrufe und Nachrichten werden laut Microsoft in U.S.-Government-Umgebungen nicht unterstützt. Außerdem kann eine Meldung Daten enthalten, die direkt mit dem Element verbunden sind, etwa Nachrichteninhalt, Anlagen, Routingmetadaten, Anrufmetadaten und bei Nachrichten bis zu fünfzehn Nachrichten davor und danach. Microsoft weist darauf hin, dass diese Informationen zur Analyse kopiert werden können. Deshalb sollten Unternehmen den Meldeweg intern erklären und prüfen, ob das konfigurierte Ziel „Microsoft und Meldepostfach“, „nur Microsoft“ oder „nur Meldepostfach“ zur eigenen Betriebs- und Datenschutzpraxis passt.
Konkrete nächste Schritte
- Im Teams Admin Center die globalen und gegebenenfalls benutzerspezifischen Richtlinien für Nachrichten- und Anrufmeldungen prüfen.
- Im Defender-Portal kontrollieren, ob gemeldete Teams-Elemente überwacht und auf der Seite User reported sichtbar werden.
- Das Meldepostfach als SecOps-Postfach behandeln und DLP- oder Simulationskonflikte vermeiden.
- Benutzern kurz erklären, wann ein Teams-Anruf als Scam gemeldet werden soll und dass der Anrufer darüber nicht informiert wird.
- Die ersten Meldungen in ein Microsoft Security Assessment oder eine regelmäßige Defender-Auswertung übernehmen.
Offizielle Microsoft-Quellen
- Microsoft Learn: What’s new in Microsoft Defender for Office 365
- Microsoft Learn: User reported settings in Teams
- Microsoft Learn: Configure user reported message settings
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