Microsoft erweitert Microsoft Purview Data Loss Prevention im August 2026 auf nicht-Microsoft-Apps. Laut Microsoft Learn können DLP-Richtlinien nun sensible Daten in verbundenen SaaS-Anwendungen wie Box, Dropbox, Google Workspace und Salesforce erkennen, überwachen und schützen. Für Unternehmen, die neben Microsoft 365 weitere Cloudspeicher nutzen, ist das ein sinnvoller Anlass, die eigene Datenabdeckung in Microsoft Purview zu prüfen.
Was Microsoft im August 2026 ergänzt
Die Purview-„What’s new“-Seite nennt die Funktion im Abschnitt August 2026 als Preview. Die Detailseite beschreibt, dass Purview DLP für nicht-Microsoft-Apps die gleiche Klassifizierungs-Engine und das gleiche Richtlinienframework nutzt, die auch für Microsoft-365-Speicherorte verfügbar sind. Damit wird DLP nicht mehr nur dort gedacht, wo Dateien in SharePoint, OneDrive oder Exchange liegen.
Unterstützt werden laut Microsoft Box, Dropbox, Google Workspace und Salesforce. Microsoft weist zugleich darauf hin, dass die Apps phasenweise bereitgestellt werden. Nicht jede App muss also sofort in jedem Mandanten sichtbar sein. Für kleine IT-Teams ist deshalb zuerst eine Bestandsaufnahme sinnvoll, nicht die sofortige Aktivierung in allen angebundenen Diensten oder ohne Blick auf vorhandene Datenklassifizierungen.
Welche Termine und Grenzen gelten
Die maßgeblichen Microsoft-Learn-Seiten tragen das Datum 26. August 2026 und wurden laut Seitendaten am 28. August 2026 aktualisiert. Einen Stichtag für eine verpflichtende Umstellung nennt Microsoft nicht. Der Zeitbezug für die Planung ist daher August 2026 und der Preview-Status, nicht ein fixes Enddatum.
Die Preview-Grenzen sind wichtig: Microsoft nennt für nicht-Microsoft-App-Richtlinien keine Unterstützung für Simulation Mode. Eine Richtlinie wird entweder eingeschaltet oder ausgeschaltet gelassen. Außerdem dürfen diese App-Speicherorte nicht mit SharePoint, OneDrive, Exchange, Fabric oder Geräten in derselben Richtlinie kombiniert werden. Für Data Loss Prevention bedeutet das meist separate Richtlinien mit klar eingegrenztem Scope.
Warum das für KMU relevant ist
Viele Unternehmen mit 10 bis 250 Arbeitsplätzen arbeiten faktisch nicht nur in Microsoft 365. Vertriebsteams nutzen Salesforce, Projektteams tauschen Dateien über Box oder Dropbox aus, und externe Partner bringen Google Workspace in gemeinsame Ablagen ein. Genau dort liegen oft personenbezogene Daten, Vertragsdokumente oder Exportlisten, die in einer reinen Microsoft-365-DLP-Sicht fehlen.
Die neue Purview-Option ersetzt keine Datenstrategie und keine rechtliche Bewertung. Sie kann aber helfen, bestehende Klassifizierungen auf zusätzliche SaaS-Ablagen auszuweiten. Das passt zur technischen Umsetzung von Datenschutz- und Sicherheitsmaßnahmen: Zuerst klären, wo sensible Daten tatsächlich liegen, dann Richtlinien so bauen, dass sie nachvollziehbar auslösen und keine Geschäftsprozesse überraschend blockieren.
Was vor der Aktivierung geprüft werden sollte
Microsoft beschreibt mehrere Voraussetzungen. Die jeweilige App muss über einen API-Connector in Microsoft Defender for Cloud Apps verbunden sein. Defender for Cloud Apps nutzt die APIs des Cloudanbieters; erste Scans können je nach Mandant, Benutzern und Dateimenge einige Zeit dauern. Außerdem hängen Bedingungen und Aktionen davon ab, welche Attribute die einzelne App bereitstellt.
- Nur Custom-Richtlinien werden für nicht-Microsoft-App-Speicherorte unterstützt.
- Policy Tips und User Overrides werden für diese DLP-Richtlinien nicht unterstützt.
- Verschlüsselte Dateien und PDF-Dateien werden derzeit nicht klassifiziert.
Diese Grenzen gehören vor einen Pilot. Wer sie erst nach dem Einschalten bemerkt, interpretiert fehlende Treffer schnell als Fehler, obwohl Microsoft sie als bekannte Einschränkungen dokumentiert.
Konkrete nächste Schritte
- Inventarisieren Sie, welche der unterstützten Apps produktiv genutzt werden und ob dort sensible Daten liegen.
- Prüfen Sie in Defender for Cloud Apps, ob die passenden API-Connectoren eingerichtet und vollständig gescannt sind.
- Erstellen Sie getrennte Custom-DLP-Richtlinien für nicht-Microsoft-App-Speicherorte statt gemischter Microsoft-365- und SaaS-Richtlinien.
- Starten Sie mit ausgeschalteter Richtlinie und fachlicher Freigabe, weil Simulation Mode laut Microsoft nicht unterstützt wird.
- Dokumentieren Sie bekannte Lücken wie verschlüsselte Dateien, PDF-Dateien und app-spezifische Attributunterschiede.
Offizielle Microsoft-Quellen
- Microsoft Learn: What’s new in Microsoft Purview
- Microsoft Learn: Purview DLP policies for non-Microsoft connected apps
- Microsoft Learn: Connect apps with API connectors in Defender for Cloud Apps
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