Microsoft Defender Vulnerability Management bewertet jetzt auch Schwachstellen in ausgewählten Anwendungen aus dem Microsoft Store. Microsoft führt die Funktion in den Neuerungen für Oktober 2026 als allgemein verfügbar auf. Für Unternehmen mit 10 bis 250 Arbeitsplätzen, die Defender bereits zur Schwachstellenverwaltung einsetzen, ergibt sich daraus eine konkrete Aufgabe: Store-Anwendungen in die bestehende Prüfung aufnehmen, betroffene Versionen nachvollziehen und die anschließende Aktualisierung kontrollieren. Entscheidend ist dabei nicht allein, ob eine Anwendung im Inventar erscheint, sondern ob Defender sie tatsächlich bewertet.
Was die neue Bewertung für Store-Apps leistet
Laut Microsoft erkennt Defender unterstützte Store-Anwendungen, nimmt sie in das Softwareinventar auf und bewertet sie auf Schwachstellen. Die zugehörigen CVE-Nachweise enthalten die Kennzeichnung Microsoft Store. Eine vorgeschlagene Abfrage zeigt die betroffene Anwendung, ihre Version und den Dateispeicherort. Damit lässt sich ein Fund genauer einem installierten Softwarestand zuordnen, statt ausschließlich mit einem Produktnamen zu arbeiten.
Das erweitert den Prüfbereich, ersetzt aber keine vollständige Bestandsaufnahme. Microsoft beschränkt die Bewertung ausdrücklich auf eine Auswahl häufig genutzter Store-Anwendungen. Welche Anwendungen im eigenen Bestand tatsächlich unterstützt werden, muss deshalb im jeweiligen Inventareintrag geprüft werden. Teams, die Microsoft Defender betreiben, sollten daraus keine pauschale Sicherheitszusage für sämtliche Store-Pakete ableiten.
Welche Grenzen im Inventar sichtbar bleiben
Das Softwareinventar kann auch Anwendungen anzeigen, die von der Schwachstellenverwaltung nicht unterstützt werden. Microsoft beschreibt dafür erkennbare Merkmale. Eine leere oder eingeschränkte Bewertung darf daher nicht mit einem bestätigten, schwachstellenfreien Zustand verwechselt werden. Für die tägliche Prüfung sind insbesondere diese Unterschiede wichtig:
- Bei nicht unterstützter Software zeigt das Feld Weaknesses den Wert Not available, nicht eine bestätigte Anzahl von null Schwachstellen.
- Im Feld für betroffene Geräte kann ein Strich stehen; der Inventareintrag allein belegt keine vollständige Bewertung.
- Nicht unterstützte Softwareseiten haben laut Microsoft keine Bereiche für Sicherheitsempfehlungen, entdeckte Schwachstellen oder Ereignisverlauf.
- Die Store-Abdeckung gilt nur für ausgewählte Anwendungen; sie ist keine Zusage für den gesamten Microsoft Store.
Fristen und Verfügbarkeit richtig einordnen
Die Microsoft-Neuerungsseite nennt Oktober 2026 und den Status allgemeine Verfügbarkeit, aber keinen konkreten Einführungstag. Beide verwendeten Learn-Seiten wurden innerhalb der letzten 14 Tage aktualisiert. Eine verpflichtende Aktivierungsfrist oder einen allgemeinen Abschalttermin nennt Microsoft für diese Funktion nicht. Die sinnvolle Handlung ist daher eine Bestandsprüfung im vorhandenen Betriebsablauf, kein eiliger Umbau auf Grundlage einer erfundenen Frist.
Auch die Rückkontrolle braucht Zeit: Laut Inventardokumentation werden die Übersichtsangaben alle drei bis vier Stunden aktualisiert; eine Synchronisierung lässt sich dort nicht erzwingen. Ein unmittelbar nach der Aktualisierung unveränderter Eintrag ist deshalb noch kein belastbarer Nachweis, dass die Maßnahme fehlgeschlagen ist.
Nachweise lesen, App-Dateien nicht manuell verändern
Microsoft dokumentiert zwei Navigationswege zum Softwareinventar. Bestehende Kunden finden es unter Endpoints > Vulnerability management > Inventories; für die genannte XDR-/Identity-Preview führt der Weg über Exposure management > Vulnerability management > Inventories. Anschließend wird die Registerkarte Software geöffnet. Unterschiedliche Menüs sind damit nicht automatisch ein Funktionsfehler.
Die Softwareseite und der Bereich Software evidence helfen, einen Fund anhand von Version und Pfad nachzuvollziehen. Der Pfad ist jedoch ein Nachweis, keine Reparaturanleitung. Microsoft warnt ausdrücklich davor, App-Dateien im Verzeichnis WindowsApps direkt aufzurufen oder zu verwalten, weil dadurch Probleme mit der Betriebssystemumgebung entstehen können. Anwendungsversionen sollen über den Microsoft Store verwaltet werden. Eine manuelle Dateilöschung ist folglich kein geeigneter Ersatz für die dokumentierte Versionsverwaltung.
Konkrete nächste Schritte für kleine IT-Teams
Wir empfehlen einen überschaubaren Prüflauf mit dokumentierter Zuständigkeit. Die folgende Reihenfolge ist eine betriebliche Empfehlung von ReByteIT auf Grundlage der beschriebenen Microsoft-Funktionen, keine zusätzliche Microsoft-Vorgabe:
- Öffnen Sie das Softwareinventar mit dem vorgesehenen Arbeitskonto und prüfen Sie tatsächlich eingesetzte Store-Anwendungen.
- Unterscheiden Sie unterstützte Bewertungen von Einträgen mit Not available; halten Sie fehlende Abdeckung ausdrücklich fest.
- Lesen Sie bei einem Fund CVE-Nachweis, Store-Kennzeichnung, betroffene Version und vorgeschlagene Abfrage zusammen.
- Ordnen Sie die betroffenen Geräte und die Verantwortung für die Aktualisierung zu, statt nur den Produktnamen weiterzugeben.
- Verwalten Sie die Anwendungsversion über den Microsoft Store und verändern Sie keine Dateien unter
WindowsAppsdirekt. - Kontrollieren Sie den Befund nach der Inventaraktualisierung erneut; nutzen Sie bei widersprüchlichen Daten die dokumentierte Funktion Report inaccuracy.
Offizielle Microsoft-Quellen
- Microsoft Learn: Neuerungen für Defender for Endpoint, Oktober 2026
- Microsoft Learn: Softwareinventar, Store-Anwendungen und Bewertungsgrenzen
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