Microsoft beschreibt im September aktualisiert, wie Microsoft Defender AI Agents während der Laufzeit überwacht und riskante Aktionen blockieren kann. Für Unternehmen, die erste Agenten in Copilot Studio, Agent 365 oder auf Windows-Endgeräten testen, ist das mehr als ein neues Portalmenü: Agenten greifen auf Daten, Werkzeuge und Befehle zu. Genau deshalb sollte vor dem breiten Einsatz feststehen, welche Agenten sichtbar sind, welche Aktionen nur protokolliert werden und wo ein Blockieren wirklich sinnvoll ist.
Was Microsoft jetzt dokumentiert
Die Microsoft-Learn-Seite „Protect AI agents in real time using Microsoft Defender“ erklärt, dass Defender Agentenaktivität entlang des agentischen Ablaufs prüft und riskante Aktionen vor der Ausführung blockieren kann. Ein eingebauter Default-Rule protokolliert zunächst alle Agenten als Verhalten, ohne Aktionen zu stoppen. Eigene Regeln können dagegen bestimmte Erkennungstypen blockieren und auf alle oder ausgewählte Agenten angewendet werden.
Für kleinere IT-Teams ist diese Trennung wichtig. Audit-Daten zeigen, welche Agenten tatsächlich Werkzeuge aufrufen und welche Benutzer betroffen sind. Erst danach sollte Block Mode aktiviert werden, damit produktive Arbeitsabläufe nicht durch zu breite Regeln abbrechen.
Die Funktion ergänzt damit Microsoft Security Copilot und klassische Defender-Auswertungen: Nicht nur ein fertiger Vorfall wird untersucht, sondern ein riskanter Agentenschritt kann bereits vor der Ausführung gestoppt oder zumindest nachvollziehbar protokolliert werden.
Welche Agenten abgedeckt sind
Microsoft unterscheidet mehrere Integrationen. Die Abdeckung hängt nicht nur von Defender ab, sondern auch davon, wie der jeweilige Agent angebunden ist.
- Agent 365-Toolaufrufe werden über Work IQ MCP bewertet, wenn die Tools entsprechend eingebunden sind.
- Copilot-Studio-Agenten sind in der beschriebenen Funktion als Preview genannt und benötigen die Verbindung mit Copilot Studio.
- Foundry-Agenten sind ebenfalls als Preview genannt; dort werden laut Microsoft Benutzeranfragen, Agentenantworten, Toolaufrufe und Toolantworten bewertet.
- Lokale AI Agents laufen über AI Agent Runtime Protection in Microsoft Defender for Endpoint und müssen separat auf Endgeräten eingerichtet werden.
Warum Audit vor Blockieren kommt
Defender schreibt Audit- und Blockereignisse in die Tabelle BehaviorInfo. Dort stehen laut Microsoft der betroffene Agent, Benutzer, Toolaufruf und der Grund der Einstufung. Security-Teams können diese Ereignisse für Hunting-Abfragen, eigene Erkennungen und nachgelagerte Automatisierung nutzen. Im Audit-Modus entstehen weiter nahezu in Echtzeit Alerts; bei einer blockierenden Regel werden diese Near-Real-Time-Alerts für den abgedeckten Agenten nicht erzeugt.
Das spricht für ein gestuftes Vorgehen: erst Sichtbarkeit herstellen, dann wenige hochsichere Risiken blockieren. Ein Beispiel sind Aktionen, bei denen ein Agent Geheimnisse weitergeben, verdächtige Inhalte verbreiten oder eine unsichere E-Mail-Domain nutzen würde. Microsoft nennt diese Detection Types in der Regelkonfiguration.
Gerade in Umgebungen mit wenigen Administratoren ist diese Vorsicht praktisch: Eine blockierende Regel braucht einen Besitzer, ein Verfahren für Ausnahmen und eine schnelle Klärung, wenn ein Agent legitime Arbeit nicht mehr ausführen kann.
Was lokale Agents auf Windows brauchen
Für lokale Agenten verweist Microsoft auf Defender for Endpoint. Die separate Learn-Seite ist als Preview gekennzeichnet und beschreibt Prompt-Injection-Schutz auf Geräteebene. Voraussetzung sind unter anderem Defender for Endpoint Plan 2, Microsoft 365 E5, Microsoft Agent 365 oder Microsoft 365 E7, onboardete Geräte, Defender Antivirus im aktiven Modus, aktuelle Plattform-, Engine- und Security-Intelligence-Versionen sowie unterstützte lokale Agenten. Der von Microsoft empfohlene Rollout beginnt mit Audit Mode auf einer kleinen Gerätegruppe, danach folgen Review, breitere Verteilung und erst zuletzt Block Mode. Für KMU ist besonders der Nachweis wichtig, auf welchen Geräten die Einstellung aktiv ist und ob dort überhaupt unterstützte lokale Agenten laufen.
Nächste Schritte für KMU
- Inventarisieren Sie zuerst, welche produktiven oder getesteten AI Agents in Agent 365, Copilot Studio, Foundry und auf Windows-Endgeräten existieren.
- Aktivieren Sie in Defender Security for AI die Microsoft-365-Verbindung, damit Entra-ID-Verwaltungsereignisse und Microsoft-365-Aktivitäten einfließen.
- Starten Sie mit Audit-Regeln und werten Sie
BehaviorInfo, Alerts und Incidents mindestens für die wichtigsten Agenten aus. - Setzen Sie Block-Regeln nur für klar umrissene, hochsichere Szenarien ein und nehmen Sie kritische Agenten bewusst in Scope oder Exclusion auf.
- Dokumentieren Sie für lokale Agents, auf welchen Windows-Geräten Audit oder Block Mode gesetzt ist und wann der Wechsel zur Durchsetzung erfolgt.
Offizielle Microsoft-Quellen
- Microsoft Learn: Protect AI agents in real time using Microsoft Defender
- Microsoft Learn: Enable security for AI agents using Microsoft Defender
- Microsoft Learn: Set up AI agent runtime protection with Defender for Endpoint
Wenn Sie Agenten produktiv einsetzen oder den Einstieg vorbereiten, prüfen wir im Rahmen eines Microsoft Security Assessments, welche Defender-Regeln, Rollen und Betriebsprozesse für Ihre Umgebung tragfähig sind.
Was bedeutet das für Ihre Umgebung?
Ordnen Sie das Thema im Kontext Ihrer Microsoft-365-Umgebung ein und legen Sie einen sinnvollen nächsten Schritt fest.

Sie sprechen direkt mit Sebastian Kerssen – seit 2014 im Microsoft-Umfeld, mit persönlicher Beratung und direktem Ansprechpartner.
